Verlag Klaus Wagenbach
Erschienen im Februar 2023
Gebundene Ausgabe: 290 Seiten
ISBN 978 3 8031 3353 3

Oben Erde, unten Himmel

Herr Ono ist unbemerkt verstorben. Allein. Es gibt viele wie ihn, immer mehr. Erst wenn es wärmer wird, rufen die Nachbarn die Polizei. Und dann Herrn Sakai mit dem Putztrupp, zu dem Suzu nun gehört. Sie sind spezialisiert auf solche Kodokushi-Fälle. »Fräulein Suzu«, wie der Chef sie nennt, fügt sich widerstrebend in die neuen Aufgaben. Es braucht dafür viel Geduld, Ehrfurcht und Sorgfalt, außerdem einen robusten Magen. Die Städte wachsen, zugleich entfernt man sich voneinander, und häufig verschwimmt die Grenze zwischen Desinteresse und Diskretion.

Suzu lernt schnell. Und sie lernt schnell Menschen kennen. Tote wie Lebendige, mit ganz unterschiedlichen Daseinswegen. Sie sieht Fassaden bröckeln und ihre eigene porös werden. Und obwohl ihr Goldhamster sich neuerdings vor ihr versteckt, ist sie mit einem Mal viel weniger allein.

Milena Michiko Flašar hat eine frische, oft heitere Sprache für ein großes Thema unserer Zeit gefunden. Und sie hat liebenswert verschusselte Figuren erschaffen, die man gern begleitet. Ein unvergesslicher, hellwacher Roman über die „letzten Dinge“.

Übersetzungen

  • Niederländisch: Boven aarde, beneden hemel (Cossee)
  • Spanisch: Los kodokusha (Editorial Mapa)
  • Katalanisch: La brigada de la soledat (Quaderns Crema)
  • Italienisch: Single con criceto (Feltrinelli)

Hörbuch

Hörbuch erschienen im Verlag Speak Low, gelesen von Eva Meckbach: Zum Hörbuch Download

Pressestimmen

Die Schriftstellerin Milena Michiko Flašar traut sich, dieses große Thema anzurühren. Gelungen ist ihr dabei einer der schönsten, fragilsten und würdevollsten Texte über den Tod in unserer modernen Welt, die ich je gelesen habe.

– Annemarie Stoltenberg, NDR

Wie das Rauschen eines Regens: Mit ihrem neuen Roman hat Milena Michiko Flašar ganz große Literatur geschrieben.

– Dagmar Kaindl, Buchkultur

Liebenswert, doch nicht kitschig, anrührend, doch nicht rührselig. Obwohl es eindeutig ums Leben geht, ist der Tod ständiger Gast und macht auch vor den Mitgliedern des Putztrupps nicht Halt. Der versucht, professionell damit umzugehen – und erlebt am Ende eine echte Überraschung. Große Leseempfehlung!

– Wolfgang Huber-Lang, APA

Was der Tod uns über das Leben lehrt, zeigt dieser wundervolle Roman.

– Meike Schnitzler, Brigitte

Ein kluges und menschliches Buch, das berührt.

– Barbara Geschwinde, WDR 5 Literaturmagazin

Am Ende dieses Romans, der seine Wucht aus erzählerischer Zartheit entfaltet, schließt sich ein Kreis. Das Nichts nichtet, der Tod aber kann dem Leben auch neuen Sinn verleihen. Davon berichtet „Oben Erde, unten Himmel“ sehr überzeugend.

– Andreas Rauschal, Wiener Zeitung

Die Ich-Erzählerin Suzu entwickelt ein eigenes Ohr für die Stimmen der Dinge. […] Der Tod kann das Leben auf den Kopf stellen, für Suzu stellt er es zurück auf die Beine.

– Wolfgang Popp, ORF

Milena Michiko Flašar webt ein dichtes Netz aus Geschichten, präzise und zugleich reduziert leuchtet sie das Innenleben von Suzu aus – mit viel Empathie für eine scheinbar empathielose Figur.

– Kristina Pfoser, literaturhaus.at

Am Ende dieses wunderbaren und trotz des sozialkritischen und harten Themas eigentlich optimistischen und heiteren Romans wird Herr Sakai seinen Mitarbeitern noch ein großartiges Geschenk machen. Und so wie es in Japan üblich ist, wird er beim Auspacken nicht dabei sein.

– Linda Stift, Die Presse

Zart, diskret und eindringlich zugleich.

– Barbara Beer, Kurier

Einfühlsam und liebevoll zeichnet Flašar die Figuren und ihre Beziehungen zueinander, mit großem Gespür für die feinen Untertöne, die den menschlichen Umgang in Japan so besonders machen.

– Judith Brandner, WOZ

„Oben Erde, unten Himmel“ ist trotz der Schwere des Themas auch ein humorvolles Buch. Die schrulligen Charaktere, allen voran der Reinigungsfirmenchef Herr Sakai, sorgen für witzige Dialoge und ungewollte Komik und sind in ihrer Unaufgeregtheit ganz nah am wirklichen Leben.

– Andreas Gstettner-Brugger, FM4

So ist der Roman nicht nur ein gleichermaßen unterhaltendes wie tiefgründiges Werk über Leben und Tod, sondern auch eine Erinnerung daran, dass Menschen überall auf der Welt mit Problemen wie sozialer Isolation, Ausgrenzung und Einsamkeit kämpfen – und dass die Lösung mitunter dort liegt, wo man sie nicht erwartet hätte.

– Irene Binal, Deutschlandradio Kultur

Flašars Roman ist Buch gewordenes Memento Mori.

– Sara Wagener, FAZ

Flašar schreibt trotz dieser Thematik in heiterem, öfter auch humorvollem Ton und verleiht ihrem Roman dadurch eine bezaubernde Leichtfüßigkeit. Ein wunderbares Buch, welches zum Nachdenken anregt.

– Claudia Zawadil, City-Flyer

Ein Gänsehaut-Moment ist, wie Suzu und ihr schweigsamer Arbeitskollege eines Abends aufs Dach ihres Wohnhauses steigen. Szenen wie diese sprechen für eine baldige Verfilmung. Eine Prognose sei jetzt schon gewagt: Das Buch ist besser.

– Sebastian Fasthuber, Falter

Flašar legt ihr Augenmerk auf die Leerstellen, Dissonanzen und Illusionen unseres Zusammenlebens. Und so existenziell und traurig die Geschichten auch oft sind, aus Flašars Büchern weht gleichzeitig immer auch ein versöhnlicher, tröstlicher Geist.

– Anne-Dore Krohn, RBB

Die Autorin erzählt entwaffnend spröde und lakonisch; und zwischen den Zeilen entfaltet sich oft eine feine Komik. Man liest mit Neugier und Sympathie, wie die blasse, mürrische Suzu aufblüht und Farbe bekommt. Eine eingängige, wohltuende Lektüre.

– Sabine Peters, taz

Ein mit allen Sinnen intensiv wahrgenommener Imaginationsraum von großer physischer Präsenz. Ohne viel Worte kann man dieses heiter-ernste Buch als weise bezeichnen.

– Andreas Kohm, Badische Zeitung

Vielleicht hat man selten ein Buch, das Einsamkeit und soziale Kälte beschreibt, mit wärmeren Gefühlen aus der Hand gelegt.

– Stefan Kister, Stuttgarter Zeitung

Flašar setzt die Worte mit Bedacht, sie hält fest, was andere übersehen, sie pustet etwas Wärme in die Gefühlskälte. Und so bleibt von dem Roman, in dem Menschen unter die Erde gebracht werden, ein heller, belebender Eindruck.

– Cornelia Geißler, Berliner Zeitung

Das Buch überzeugt sehr. „Oben Erde, unten Himmel“ ist ein tiefsinniger Roman über das aktuelle Leben in Japan, gleichzeitig ist er höchst universell.

– Annette König, SRF

Eine tiefgehende Geschichte über Einsamkeit, Zusammenhalt und Würde. Die Figuren sind auf ihre eigene, angeknackste Art liebenswert, und die Sprachbilder schlichtweg atemberaubend.

– Katrin Krämer, Bremen 2

Flašar schreibt in einer ironisch gedämpften Sprache, in einem Sound, der die Grossstadt genauso vibrieren lässt wie die Figuren.

– Paul Jandl, NZZ

Ein psychologisch genauer Roman über die Bindungslosigkeit.

– Denis Scheck, WDR

Flašar ist ein zärtliches Plädoyer für Mitgefühl und Solidarität gelungen.

– Karin Waldner-Petutschnig, Kleine Zeitung

In atmosphärisch dichten Bildern gelingen Flašar Innenansichten darüber, wie es ist, alleine zu leben. Ohne vordergründig plakative Gesellschaftskritik. Die hebt die Autorin auf eine innere Ebene. Und erreicht so unendlich viel mehr.

– Christoph Huppert, Zeilensprung

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