Verlag Klaus Wagenbach
Erschienen am 14. August 2025
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
ISBN 978-3-8031-3379-3

Der Hase im Mond

Wer spiegelt sich in der nächtlichen Fensterscheibe? Ich oder ein anderer? Was geschieht, wenn die Haut durchlässig wird und die Luft dünner? Poetische Geschichten von Menschen im Sand, unterspült von schwindenden Gewissheiten.

Milena Michiko Flašar erzählt von einem Schriftsteller mit Schreibblockade, der sich in eine Füchsin verliebt, von ehemals Liebenden, die aus Langeweile zu Voyeuren werden, von einer Frau, die rein medial vom Tsunami ergriffen wird, von zwei Freunden, die sich über einem ethischen Disput betrinken, oder einem passionierten Leser, dem erst der Bruder, dann die Frau auf völlig rätselhafte Weise abhandenkommen.

Vom Verdoppeln und Auflösen, Verschwinden und Wegträumen, von Fluchten und Ausflüchten handeln diese Geschichten. Die Handschrift der Autorin ist unverkennbar, der Rhythmus, die Wortwahl ihres besonderen Stils. Wie in ihren Romanen studiert Milena Michiko Flašar in diesen Erzählungen verschiedene Formen von Einsamkeit und unerfüllten Sehnsüchten, erweitert das literarische Feld jedoch humorvoll und spielerisch um eine neue surreal-phantastische Ebene.

Pressestimmen

Flašar ist eine Meisterin, wenn es darum geht, menschliche Entfremdungen zu beschreiben. Sie kann das: doppelt gemoppelte Geschichten schreiben über Wünschelrutengänger, die sich zwischen dem Dunklen und dem Hellen entscheiden müssen. Wenn sie von Beziehungskrisen erzählt, dann wird klar, welches Verhältnis am brüchigsten ist: das Verhältnis zu uns selbst.

– Paul Jandl, NZZ

Ein verständnis- und liebevoller Blick auf Menschen, die durch verschiedenste Einflüsse in innere Extremsituationen geraten. Darüber hinaus ist es literarisch erneut ein Kunststück, in jeweils rund zwanzig Seiten so dichte und thematisch komplexe Geschichten derart leichtfüßig erzählen zu können. Auch darin liegt die Magie der Erzählungen von Milena Michiko Flašar.

– Andreas Gstettner-Brugger, fm4

Sprachlich elegant. Diese feinen Erzählungen lassen sich guten Gewissens auch als Metaphern dafür lesen, dass unser schnelldrehendes, krisengeschütteltes Leben ganz generell voller Absurditäten steckt, denen man kaum ausweichen kann. Als Kulisse ihrer Erzählungen mag Milena Michiko Flašar Japan gewählt haben, im Kern sind ihre im besten Sinne wundersamen Geschichten universell menschlich.

– Bettina Baltschev, Deutschlandfunk

Flašar spielt mit Mythen, die Hintergründiges in den Vordergrund bringen. Ihre Kurzgeschichten kann man als Parabeln auf Schein und Sein der Gesellschaft lesen.

– Magdalena Pichler, Buchkultur

Flašars Prosa öffnet kleine Fenster nach Japan. Doch ist die Stoßrichtung universell. Grenzbereiche des Erlebens sind Zonen, in denen sich ihre Figuren bewegen. Das ist überzeugend und gelungen, das verspätete Eintreffen des Schocks nach dem Unglück von Fukushima in „Tsunami“ etwa dürfte psychologisch mustergültig beschrieben sein.

– Katharina Tiwald, Die Presse

Ihr Wissen um die Gleichzeitigkeit der Dinge, etwa die Traurigkeit und die Lächerlichkeit im Unheimlichen, machen Flašar zu einer großen Menschenkennerin. Selten liest man so gerne von den letzten Dingen wie bei ihr.

– Barbara Beer, Kurier

Auf den Spuren von Haruki Murakami wandelt die österreichische Autorin Milena Michiko Flašar mit den „japanischen Geschichten“, die sie in ihrem neuen Erzählband „Der Hase im Mond“ versammelt. Die Tochter einer japanischen Mutter und eines österreichischen Vaters versteht es hervorragend, jene Atmosphäre zu etablieren, die man aus Erzählungen über Japan – oder aus eigenen Aufenthalten – kennt. Und immer wieder bekommt eine scheinbar normale Begebenheit eine zweite Ebene.

– Wolfgang Huber-Lang, NEWS

In den Geschichten geht es um Selbsterkenntnis und Selbsttäuschung, um die Frage „Wer bin ich?“, in einer wunderschönen, sehr klar erzählten Art und Weise. Ein Buch zum Ruhigwerden und Nachdenken.

– Johannes Kößler, Guten Morgen Österreich

Flašar hat mit leisen Geschichten Furore gemacht. Es sind skurrile Storys, allesamt in Japan angesiedelt, die dabei jedoch auf allgemein Menschliches abzielen.

– Sebastian Fasthuber, Falter

Das Buch versammelt neun vielschichtige Kurzgeschichten. Auf den ersten Blick sind es unscheinbare Menschen mit einem vermeintlich unscheinbaren Leben. Aber unter der angepassten Oberfläche gibt es viel Unangepasstes und Individuelles zu entdecken.

– Buchtipps, Radio Bremen Zwei

Flašar versteht es meisterhaft, Atmosphäre zu erzeugen, ernste Themen zu setzen und auch subtile Komik zu verpacken. Dabei führt die Autorin ihre Figuren nie vor, sondern lässt eine tiefe Mernschlichkeit durchscheinen.

– Beate Jänicke, Kieler Nachrichten

Was ist es eigentlich, was ich „mein“ Leben nenne? Um dieser Frage nachzugehen, streift Flašar durch melancholische Nebel. Gemeinsam ist den Geschichten, dass sie auf unheimliche Weise unter die Haut gehen.

– Wolfgang Popp, Ö1

Auch skurrilen Erzählanordnungen weiß Flašar eine achtsame, allgemein menschliche Ebene abzuringen, die jedes Befremden vergessen macht. Der hauchdünne Raum zwischen Zuständen – er ist Flašars Metier.

– Florian Baranyi, ORF Topos

Japanische Klischees, die still und leise ins Alptraumhafte kippen, die Brüchigkeit der sogenannten Normalität, Verdrängtes hinter glatten Fassaden machen den Reiz der leichthändig erzählten Geschichten der österreichisch-japanischen Autorin aus. Grundiert sind diese poetisch verdichteten, komplexen Erzählungen alle mit der elementaren Einsamkeit ihrer Protagonisten.

– Karin Waldner-Petutschnig, Kleine Zeitung

Am Ende jeder Erzählung bleibt immer ein Rätsel, und gerade darin zeigt sich die Qualität der Autorin. Flašar erklärt mit keinem Satz zu viel, erzeugt eine Welt voll poetischer Mehrdeutigkeiten und lässt ihren Leser:innen Spielraum für eigene Interpretationen.

– Daniela Chana, literaturhaus-wien.at

Die Erzählungen in „Der Hase im Mond“ durchbrechen nicht nur Lebensroutinen, sondern beim Leser auch eingefahrene Vorstellungen vom anderen.

– Louis Berger, Publik Forum

Wer bin ich? Wer ist der Mensch? Und was passiert unter der Oberfläche unseres Lebens? Flašar führt uns aufs Glatteis des Lebens. In ihren Erzählungen wird deutlich, wie dünn das Eis ist, auf dem wir unser Leben leben. Ein Buch voller Überraschungen. Ein wundersames Buch, das mich begeistert hat, gerade weil es der Autorin gelingt, einen so spannend hinter das Licht der scheinbaren Normalität zu führen.

– Johannes Schröer, Domradio

Flăsar entfaltet zarte, leise und zugleich scharf beobachtete Miniaturen über Einsamkeit, Nähe, und das flüchtige Glück. Immer wieder verwebt sie europäische Erzähltradition mit Elementen der japanischen Literatur […]. So entstehen Geschichten, die scheinbar unscheinbare Momente in den Mittelpunkt rücken – und ihnen eine stille, fast magische Größe verleihen.

– ORF Bestenliste, Oktober 2025

Flašar blickt sanft lächelnd und mit großer Zuneigung auf die Marotten ihrer Protagonisten, der sanft schwingende Rhythmus ihrer Erzählungen und die teils mystisch anmutenden Plots sorgen für Leichtigkeit. Lesenswert!

– Nürnberger Nachrichten

Flašar ist eine Wilde, die sanftmütig als Verwandlungskünstlerin von Wirklichkeit auftritt. Sie steht recht einzigartig da in unserer sonst berechenbaren Literaturlandschaft.

– Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten

Neun spannende, meisterhaft geschriebene Kurzgeschichten erzählt Milena Michiko Flašar in ihrem neuen Buch „Der Hase im Mond“. Sie stellt mit ihnen universelle Fragen: Leben ihre Protagonisten oder werden sie gelebt? Sind sie verantwortlich für ihre Geschicke? Was definiert Identität, Empathie, Liebe? Flašar hat ein fesselndes Buch geschrieben, das man unbedingt lesen muss.

– Ruth Asseyer, kulturport.de

In dieser stillen Eindringlichkeit, in dieser Art von Radikalität fällt die Literatur von Flašar aus der Welt und steht dem Zeitgeist entgegen. Sie befindet sich in einem Zwischenraum, ist nicht klar verortbar, ist vielleicht von westlicher, unbedingter Rationalität ebenso geprägt wie vom fernöstlichen Hang zur Leere. Diese Leere, die vor allem eines bedeutet: Leerraum lassen, andeuten, dem feinen Tupfer den Vorrang geben gegenüber dem Ausformulieren bis ins letzte Detail.

– Markus Stegmayr, LiLit – Literatur Tirol

In den neuen Geschichten lernen wir eine ernsthaftere Autorin kennen: Mit scharfem Blick und einer dichten, poetischen Sprache leuchtet sie ins Dunkle von Beziehungen, entlarvt Lebenslügen und lotet die Einsamkeit in vielen Variationen aus. Ein stilles, melancholisches und überraschungsreiches Buch!

– Luzia Stettler, buchmensch.ch

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