Okaasan – Meine unbekannte Mutter

Leicht und direkt erzählt Milena Michiko Flašar von der Liebe, der Angst und dem Sein.

Franziskas Mutter liegt im Sterben. Es ist ein langsamer Prozess, der sich über die erste Verstörung, das erste Vergessen, den ersten Realitätsverlust vollzieht. Momente, die Franziska irritieren, da sie das Bild ihrer Mutter, einer von Disziplin und Kontrolle geleiteten japanischen Emigrantin, vollends zu verwischen drohen. Durch die Umkehrung der Rollen und ihre plötzliche Hilfsbedürftigkeit erscheint Franziskas Mutter als eine Unbekannte, eine Fremde. Vor den Augen ihrer Tochter verwandelt sie sich zurück in jene junge Frau, die sie einmal war – mit Sehnsüchten, Hoffnungen und Leidenschaften.

Nach dem Tod ihrer Mutter öffnet sich für Franziska eine Lücke. Eine neue Art der Einsamkeit. Ein Spalt, durch den hindurch sie sich auf eine Reise begibt – oder auf die Suche nach einer anderen, ja nach der allumfassenden Mutter schlechthin. Milena Michiko Flašar zaubert mit stilistischer Souveränität eine Intensität der Gefühle herbei.

Residenz Verlag
Erschienen am 17. Februar 2010
Gebundene Ausgabe: 128 Seiten
ISBN-10: 3701715335
ISBN-13: 978-3701715336

Pressestimmen

Zweifellos ein großes, ganz eigen geprägtes Talent der neuesten Literatur.
(Karl-Markus Gauss, NZZ)

Mit klarer Sprache erzählt Milena Michiko Flašar ihre aus Trauer und Befreiung gewebte Geschichte, erzählt von einem Aufbruch in geografisches Neuland und, in bester Selbstfindungsmanier, zum Ich. „Okaasan“ ist nach dem Debüt „Ich bin“ die zweite Talentprobe einer eigenständigen jungen Literatur.
(Paul Jandl, Die Welt)

Der Verlust der Mutter gibt in „Okaasan“ Anstoß zur Suche nach dem Selbst und zu geschickter episch-lyrischer Montage. Flašars mutige Erzählweise schafft eine ausbalancierte Waage zwischen Handlung und lyrischer Verklärung, zwischen Welt und Wahrheitssuche.
(Alois Pumhösel, Der Standard)

Mit großer Disziplin vermeidet sie Weitschweifigkeit und wirft Schlaglichter auf ein Thema, das Urthema vielleicht, das sich hier immer wieder zu einer Erzählung verdichtet.
(Christa Nebenführ, Die Presse)

Flašars in [Ich bin] angedeutete und in „Okaasan“ bestätigte Gabe für magische Wortschöpfungen und virtuosen Sprachfluss lässt hoffen, dass das Talent noch zu weiterem kompositorischen Raffinement findet.
(Gunther Neumann, Wiener Zeitung)

Dass es immer noch möglich ist, der Urbeziehung neue Facetten abzugewinnen, beweist Milena Michiko Flašar in ihrem Roman „Okaasan – Meine unbekannte Mutter“. Die unprätentiöse Beschreibung des häuslichen Pflegealltags verschränkt sich mit leichten, assoziativen Metaphern, in denen man sich dem Unsagbaren dieser Beziehung zu nähern vermag.
(Christa Nebenführ, Buchkultur)

Milena Flašars Texte haben eine ursprüngliche Kraft.
(Helmut Neundlinger, Augustin)

In sehr präziser und trotzdem kunstvoll poetischer Sprache beschreibt die österreichische Autorin in ihrem zweiten Buch die schwierige Aufgabe, einen geliebten Elternteil beim Sterben zu begleiten.
(Andreas Gstettner, fm4)

Eine wunderbare Geschichte, die von der Selbstfindung einer jungen Frau erzählt, leicht, aber doch mit Worten, die nachdenklich über das Verhältnis zu unseren Müttern machen.
(barbaras-buchregal.at)

In ihrem neuen Roman zeigt sich wieder deutlich die stilistische Souveränität der österreichischen Autorin.
(cityflyer)

Obwohl es um essentielle Themen der Menschheit wie Mutterliebe und Tod geht, ist diese Erzählung nie verallgemeinernd. Mit sehr viel Liebe zum Detail werden die Personen und ihre Identität beschrieben. Dass es nie zu Plattitüden kommt, ist der wirklich sehr intelligent, sensibel und authentisch angelegten Ich-Erzähler-Stimme zu verdanken.
(Kathrin Kuna, DUM)

Milena Michiko Flašar kann wunderbar schreiben.
(Winfried Stanzick, sandammeer.at)

Ein sehr lesenswertes Buch, auch für Personen, die viel mit alten Menschen zu tun haben.
(ab5zig)

Un livre témoignage, très bien écrit.
(Courrier Littérature Allemande)